Jeder dritte Mensch über 65 stürzt mindestens einmal pro Jahr. Für viele ältere Menschen ist ein Sturz der Beginn einer langen Einschränkungsphase — oder schlimmer. Gleichzeitig lassen sich viele Stürze durch einfache Maßnahmen im Wohnbereich vermeiden.
Die häufigsten Sturz-Ursachen im Haushalt
- Rutschige Böden (Parkett, Fliesen ohne Antirutschmatte, nasser Badezimmerboden)
- Lose Teppichkanten und Schwellen zwischen Räumen
- Fehlendes Licht auf dem Weg zur Toilette nachts
- Zu niedriger Toilettensitz (schwieriges Aufstehen)
- Keine Haltegriffe in Badewanne und Dusche
- Schlecht sitzende oder abgetretene Schuhe
- Medikamente mit Schwindel- oder Gleichgewichtsnebenwirkungen
Was zahlt die Pflegekasse für Wohnungsanpassung?
Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1–5 haben Anspruch auf einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§40 Abs. 4 SGB XI). Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, steigt der Betrag auf bis zu 16.000 Euro.
📌 Geförderte Maßnahmen (Beispiele)
Duschumbau (Badewanne → bodengleiche Dusche), Treppenlifter, Rollstuhlrampe, Haltegriffe und Handläufe, behindertengerechtes WC, Türverbreiterung, Türschwellen abbauen, Treppengeländer.
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): Förderung ohne Pflegegrad
Auch ohne Pflegegrad gibt es Förderung: Die KfW fördert altersgerechte Umbauten über das Programm 455-B (Zuschuss) oder 159 (Kredit). Je nach Umbauumfang sind Zuschüsse bis zu 6.250 Euro möglich — unabhängig von der Pflegekasse.
Die wichtigsten Maßnahmen nach Raum
Badezimmer
- Haltegriffe neben WC und in der Dusche/Badewanne (ab ca. 50 €/Stück)
- Antirutschmatten oder -beschichtung (ab ca. 10 €)
- Erhöhter WC-Aufsatz (ab ca. 30 €) oder WC-Rahmen mit Armlehnen
- Badewanne zur bodengleichen Dusche umbauen (ab ca. 2.000 €, von Pflegekasse förderbar)
- Duschsitz oder Duschhocker
Flur, Küche, Wohnzimmer
- Nachtlicht / Bewegungsmelder-Licht auf dem Weg zur Toilette
- Teppichkanten fixieren oder Teppiche entfernen
- Türschwellen abfräsen oder Übergangsrampen anbringen
- Handläufe beidseitig an Treppen
- Möbel umstellen, damit Wege frei sind
💡 Erst kostenlose Beratung einholen
Vor größeren Umbaumaßnahmen empfiehlt sich ein kostenloses Wohnberatungsgespräch — viele Kommunen bieten das an. Ein Wohnberater bewertet die Wohnung und erstellt einen konkreten Maßnahmenplan. Danach erst Anträge stellen.
