
Ratgeber
Ratgeber · Sicherheit & Prävention
Sturzprävention bei Senioren 2026: 10 Maßnahmen & Wohnraumanpassung
Jedes Jahr erleiden über 3 Millionen ältere Menschen in Deutschland einen Sturz — ein Drittel aller über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal pro Jahr. Ein gebrochener Oberschenkelhals kann den Pflegebedarf dauerhaft erhöhen. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Stürze verhindern.
Wichtig: Sturzprävention ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die Pflegekasse bezuschusst Wohnraumanpassungen mit bis zu 4.000 €.
3 Mio.
Stürze/Jahr in Deutschland
4.000 €
PK-Zuschuss Wohnraumanpassung
50 %
der Stürze sind vermeidbar
Risikofaktoren für Stürze im Alter
| Risikofaktor | Risiko | Maßnahme |
|---|---|---|
| Muskelabbau (Sarkopenie) | Hoch | Krafttraining, ausreichend Protein |
| Gleichgewichtsstörungen | Hoch | Balance-Übungen, Physiotherapie |
| Sehschwäche | Hoch | Brille aktualisieren, gute Beleuchtung |
| Blutdruckabfall beim Aufstehen | Hoch | Langsam aufstehen, Medikamente prüfen |
| Schwindel-Medikamente | Mittel | Mit Arzt besprechen (Deprescribing) |
| Schlechtes Schuhwerk | Mittel | Festes Schuhwerk mit Rutschsohle |
| Lose Teppiche, Schwellen | Mittel | Entfernen oder sichern |
| Nykturie (nächtlicher Harndrang) | Mittel | Nachtlicht, Toilettenstuhl |
10 wirksame Maßnahmen zur Sturzprävention
1
Bewegung & Kraft erhalten: Regelmäßige körperliche Aktivität (30 Min./Tag, 5×/Woche) stärkt Muskeln und Gleichgewicht. Stürze um bis zu 35 % reduzierbar durch gezieltes Training (Tai-Chi, Nordic Walking, Physiotherapie).
2
Badezimmer sichern: Rutschmatte in Dusche/Wanne, Haltegriff neben Toilette und Dusche, Duschstuhl für Sitzdusche. Häufigster Sturzort ist das Bad — hier beginnen!
3
Treppen absichern: Beidseitiger Handlauf an jeder Treppe. Stufen kontrastreich markieren (besonders erste und letzte Stufe). Ausreichende Beleuchtung. Bei schwerem Gleichgewichtsproblem: Treppenlift prüfen.
4
Stolperfallen entfernen: Lose Teppiche fixieren oder entfernen. Kabel wegräumen. Schwellen abbauen oder mit Rampen überbrücken. Möbel mit stabilen Standfüßen wählen.
5
Beleuchtung verbessern: Weg vom Bett zur Toilette beleuchten (Nachtlicht mit Bewegungsmelder). Lichtschalter auf Betthöhe. Dunkle Räume und Treppen besonders wichtig.
6
Richtiges Schuhwerk: Feste Schuhe mit rutschfester Sohle und Absatzkappe. Keine offenen Pantoffeln. Auch drinnen: keine Socken auf Parkett, keine Schuhe mit Absatz.
7
Medikamente überprüfen: Mit Hausarzt alle Medikamente überprüfen (Polypharmazie-Check). Besonders Schlafmittel, Blutdruckmittel und Antidepressiva können Schwindel und Sturzgefahr erhöhen.
8
Augen und Ohren kontrollieren: Jährliche Sehtests, aktuelle Brillengläser. Hörschwäche erhöht das Sturzrisiko indirekt (schlechtere Orientierung). Gleitsichtbrillen vorsichtig auf Treppen.
9
Notrufknopf / Hausnotruf: Personennotrufgerät (Armband oder Knopf am Hals) als Sicherheitsnetz — nicht zur Prävention, aber nach einem Sturz überlebenswichtig. Krankenkasse zahlt mit Verordnung.
10
Pflegedienst zur Unterstützung: Professioneller Pflegedienst unterstützt beim Aufstehen, Duschen, Treppensteigen — den kritischsten Momenten. Regelmäßige Begleitung reduziert Sturzrisiko nachweislich.
Was zahlt die Pflegekasse?
Pflegekasse — §40 SGB XI
- ✓ Bis 4.000 € für Wohnraumanpassung
- ✓ Haltegriffe Bad & Treppe
- ✓ Schwellenentfernung, Rampen
- ✓ Badewannenumbau zur Dusche
- ✓ Treppenlift-Zuschuss
Voraussetzung: mindestens Pflegegrad 1
Krankenkasse — §33 SGB V
- ✓ Rollator (mit Verordnung)
- ✓ Gehstock, Unterarmgehstützen
- ✓ Hausnotrufgerät (mit Verordnung)
- ✓ Badewannenlifter
- ✓ Physiotherapie (Gleichgewicht)
Voraussetzung: ärztliche Verordnung
Häufige Fragen zur Sturzprävention
Was zahlt die Pflegekasse für Sturzprävention?+
Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.000 € für Wohnraumanpassungen (§40 SGB XI) — z.B. Haltegriffe, Badumbau, Schwellenentfernung, Treppenlift-Zuschuss. Bei mehreren Pflegebedürftigen im Haushalt bis 16.000 €. Außerdem zahlt die Krankenkasse Hilfsmittel wie Gehstöcke, Rollatoren, Badewannenlifter (mit Verordnung).
Welche Medikamente erhöhen das Sturzrisiko?+
Sturz-Risiko-Medikamente: Schlafmittel (Benzodiazepine), Blutdruckmittel (Schwindel), Wassertabletten (Dehydration), Antidepressiva, Antipsychotika, starke Schmerzmittel (Opioide), Parkinson-Medikamente. Mit Hausarzt besprechen, ob Medikamente angepasst werden können (Deprescribing).
Was tun nach einem Sturz?+
Sofort: Ruhe bewahren. Keine hastigen Bewegungen. Schmerzen einschätzen. Wenn möglich: langsam aufrichten (an Möbel abstützen). Wenn nicht möglich: um Hilfe rufen oder Notruf 112. Danach immer Arzt aufsuchen (Knochen brechen nicht immer sofort schmerzhaft). Ursachen analysieren und Schutzmaßnahmen einleiten.
Sicher zuhause — mit professioneller Begleitung
Unsere Pflegekräfte begleiten bei Risikosituationen und unterstützen bei der Sturzprävention. Kostenlose Beratung.
Kostenlose Beratung
Fragen zu Ihrer Situation?
Wir beraten Sie persönlich – zur Pflegekasse, zu Pflegegraden und zu unseren Leistungen. Kostenlos, unverbindlich, auf Wunsch auch per Hausbesuch.