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Bestattungsvorsorge beim Pflegefall: Was regeln, wie vorsorgen?

Im Pflegefall denkt kaum jemand an die eigene Bestattungsvorsorge — dabei ist es einer der wichtigsten Aspekte einer vollständigen Vorsorge. Was man regeln kann und wie man es angeht.

6 Min. LesezeitVeröffentlicht: 10. März 2025

Der Tod ist das letzte Tabu in der Pflegevorsorge — und gleichzeitig eines der wichtigsten Themen. Wer die eigene Bestattung nicht vorbereitet, hinterlässt seinen Angehörigen in einer ohnehin belastenden Zeit eine schwere organisatorische und finanzielle Last.

Was ist eine Bestattungsvorsorge?

Bestattungsvorsorge bedeutet, die eigene Bestattung zu Lebzeiten zu planen, zu finanzieren und die Wünsche schriftlich festzuhalten. Sie umfasst drei Ebenen:

  • Vorsorgebrief (persönliche Wünsche zur Bestattung — Art, Ort, Musik, Grabgestaltung)
  • Bestattungsvorsorgevertrag (vertragliche Bindung mit einem Bestattungsunternehmen)
  • Bestattungsvorsorgekonto (zweckgebundenes Treuhandkonto zur Finanzierung)

Warum ist Bestattungsvorsorge beim Pflegefall besonders wichtig?

Wer pflegebedürftig wird und Sozialhilfe für die Pflegekosten in Anspruch nimmt, riskiert, dass sein Erspartes durch den Sozialleistungsträger angerechnet wird. Bestattungsvorsorgeverträge und -konten sind in der Regel vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt — bis zu einem bestimmten Betrag (häufig um die 10.000 Euro).

💡 Schutz vor Sozialamtszugriff

Ein zweckgebundenes Bestattungsvorsorgekonto gilt nicht als einzusetzendes Vermögen im Rahmen der Sozialhilfe — es ist also geschützt, auch wenn Sie Sozialleistungen beziehen. Das gilt in NRW für Beträge bis ca. 5.000–10.000 Euro, je nach Verwaltungspraxis.

Was sollte in einem Vorsorgebrief stehen?

  • Art der Bestattung: Erdbestattung, Feuerbestattung, Naturbestattung, Seebestattung
  • Gewünschtes Bestattungsunternehmen (falls bekannt)
  • Grabart: Einzelgrab, Urnengemeinschaftsgrab, Anonymes Grab
  • Musikwünsche und Trauerfeier-Gestaltung
  • Wer soll informiert werden (Personen, Institutionen)
  • Hinweise auf Testament, Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung

Bestattungsvorsorgevertrag: Auf was achten?

  • Seriöse Anbieter: Verband Unabhängiger Bestatter oder Bestatterverband
  • Treuhandkonto: Geld muss insolvenzgeschützt auf einem Treuhandkonto liegen
  • Indexierung: Preis sollte an Inflation angepasst werden
  • Widerrufbarkeit: Vertrag muss jederzeit kündbar sein (Geld zurück)

Häufige Fragen

Kann ich einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließen, wenn ich bereits pflegebedürftig bin?
Ja — ein Bestattungsvorsorgevertrag kann auch im fortgeschrittenen Alter oder bei laufender Pflegebedürftigkeit abgeschlossen werden. Wichtig: Das Geld auf dem Treuhandkonto muss aus nicht-geschütztem Vermögen stammen.
Was kostet eine Bestattung in Deutschland?
Durchschnittlich 5.000–8.000 Euro — je nach Art der Bestattung und Region. Feuerbestattungen sind günstiger (ab ca. 2.500 €), aufwändige Erdbestattungen teurer (7.000–12.000 €).
Wer trägt die Bestattungskosten, wenn keine Vorsorge getroffen wurde?
Die gesetzlich bestimmten unterhaltspflichtigen Angehörigen sind in der Pflicht. Falls diese mittellos sind, übernimmt das Sozialamt die Kosten einer 'einfachen Bestattung'.
HH

Über den Autor

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