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Pflegetagebuch führen – Tipps & Vorlage für die MDK-Begutachtung

Ein Pflegetagebuch ist das wichtigste Instrument für eine korrekte Pflegegradbegutachtung. Wer täglich dokumentiert, was die pflegebedürftige Person nicht alleine kann, hat bei der MDK-Begutachtung entscheidende Vorteile.

Warum ist ein Pflegetagebuch so wichtig?

MDK-Gutachter sehen die pflegebedürftige Person nur wenige Minuten. In dieser Zeit präsentieren viele Menschen – aus Stolz oder weil es ein "guter Tag" ist – deutlich mehr Fähigkeiten als im Alltag. Das Tagebuch liefert objektive Belege für die tatsächlichen Einschränkungen über mehrere Wochen.

Studien zeigen: Familien mit vollständiger Dokumentation erhalten durchschnittlich einen höheren Pflegegrad als ohne Vorbereitung.

Was gehört ins Pflegetagebuch?

Dokumentieren Sie täglich für jeden der sechs Begutachtungsbereiche:

  • Mobilität: Kann die Person alleine aufstehen? Wie weit gehen? Treppen steigen?
  • Kognition & Kommunikation: Erkennt sie Angehörige? Findet sie sich in der Wohnung zurecht? Vergisst sie Termine?
  • Verhaltensweisen: Nächtliche Unruhe, aggressives Verhalten, häufiges Rufen, Weglaufen?
  • Selbstversorgung: Wie lange dauert das Waschen, Anziehen, Essen? Braucht sie Aufforderung?
  • Krankheitsbewältigung: Wird Medikamentengabe vergessen? Können Verbände nicht selbst gewechselt werden?
  • Alltagsgestaltung: Kann sie Haushalt, Einkauf und soziale Kontakte selbst managen?

Wie lange führt man ein Pflegetagebuch?

Mindestens 2–4 Wochen vor der Begutachtung. Ideal sind 4–6 Wochen, damit auch schlechte Phasen dokumentiert sind. Der Gutachter soll nicht nur den besten, sondern den durchschnittlichen und schlechtesten Tag sehen.

Vorlage: Was in einem Tageseintrag stehen sollte

Datum: 15.06.2025

Aufstehen: Benötigte 20 Min. Hilfe beim Aufstehen, konnte nicht alleine vom Bett aufstehen. Braucht Festhalten am Bettrahmen.

Körperpflege: Waschen: 35 Min. mit vollständiger Hilfe. Anziehen: 25 Min., braucht Hilfe bei Knöpfen und Schuhen.

Mahlzeiten: Vergaß dreimal, Frühstück zu machen. Erinnerte nicht, ob sie gegessen hatte.

Mobilität: 2 Stürze versucht – gehalten. Geht nur mit Rollator, max. 20 Meter.

Nacht: 3x aufgestanden, wusste nicht wo sie war. Dauer: ca. 45 Min. Betreuung.

Tipps für die Begutachtung selbst

Übergeben Sie dem Gutachter eine Kopie des Tagebuchs. Benennen Sie konkrete Beispiele: "Das Anziehen dauert 25 Minuten und ich muss dabei sein." Schildern Sie den schlechtesten typischen Tag, nicht den Ausnahmetag. Lassen Sie sich von einem Angehörigen begleiten, der die tägliche Situation kennt.

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