Warum ist Wohnraumanpassung so wichtig?
Das eigene Zuhause ist für die meisten Menschen der wichtigste Ort – eng verbunden mit Selbstständigkeit, Erinnerungen und Wohlbefinden. Mit zunehmendem Alter oder nach einem Pflegefall kann die vertraute Wohnung jedoch zur Gefahrenquelle werden.
Gezielte Umbaumaßnahmen machen das Wohnen sicherer und ermöglichen eine deutlich längere häusliche Selbstständigkeit.
Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick
Bad & WC
Haltegriffe, bodengleiche Dusche oder Duschwanne, erhöhte Toilette, ausreichend Bewegungsfläche für Rollstuhl oder Rollator
Türen & Flure
Schwellenlose Übergänge, breitere Türen (mind. 80 cm), ausreichende Beleuchtung
Treppenlifte
Wenn Stockwerke nicht mehr erreichbar sind – als Alternative zum Umzug
Küchenanpassung
Unterfahrbare Arbeitsflächen, gut erreichbare Schränke, rutschfeste Böden
Beleuchtung
Bewegungsmelder, Nachtlichter, blendfreie Lichtquellen in allen Bereichen
Haustür & Eingang
Rampen statt Stufen, automatische Türöffner, Videosprechanlage
Förderung durch die Pflegekasse
Pflegebedürftige ab Pflegegrad 1 haben Anspruch auf einen Zuschuss der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: bis zu 4.000 € pro Maßnahme, maximal 16.000 € wenn mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt leben.
Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden – im Nachhinein gibt es keine Förderung mehr.
KfW-Förderung für barrierefreies Wohnen
Die KfW Bank fördert im Programm „Altersgerecht Umbauen" (Programm 159) Umbaumaßnahmen mit zinsgünstigen Krediten bis zu 50.000 € – unabhängig vom Pflegegrad und Alter.
Schritt für Schritt vorgehen
- Wohnsituation begutachten lassen (Pflegestützpunkt oder Ergotherapeut)
- Antrag bei der Pflegekasse stellen (VOR dem Umbau)
- Angebote von zertifizierten Handwerkern einholen
- KfW-Förderantrag stellen (falls Kredit gewünscht)
- Umbau durchführen lassen
- Rechnungen bei Pflegekasse einreichen